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Aktualisiert am 29. Februar 2004
Szintigraphie des Wächterlymphknotens beim Mammakarzinom
Autor Univ. Doz. Dr. Lukas Rettenbacher, Institut für Nuklearmedizin, LKH Salzburg
Zielsetzung Das Mammakarzinom metastasiert überwiegend über den lymphatischen Weg, was bedeutet, daß ein Großteil der Metastasen zuerst lokoregionär auftritt. Die Lymphabstromszintigraphie dient dem Nachweis des sentinel lymph node SLN (= Wächterlymphknoten, das heißt der als erster im regionalen Abfluß eines Mammakarzinoms liegende Lymphknoten). Dadurch ist es möglich frühzeitig befallene Lymphknoten aufzudecken und Patientinnen mit einem negativen SLN eine ausgedehnte Lymphknotendissektion zu ersparen.
Indikation Primäres, invasives Mammakarzinom ohne klinischen Hinweis auf Metastasen Tumorgröße bis 3 cm Unifokaler Herd
Durchführung
Patientenvorbereitung Durch klinische Untersuchung (Palpation und Sonographie der regionalen Lymphknoten, Thoraxröntgen, Ultraschall des Abdomens) soll eine regionale und eine Fernmetastasierung ausgeschlossen werden. Bei bekannten Metastasen wird die Methode der SLN-Dissektion nicht durchgeführt. Aufklärung des Patienten, Einverständniserklärung
Anamnese Durch eine Stanzbiopsie bzw. Probeexzision und dadurch bedingtem Hämatom kann der Lymphabfluß stark verzögert sein bzw. kein Abfluß erfolgen.
Radiopharmazeutika Tc-99m markiertes Kolloid mit Partikelgröße bis 200 nm (z. B. Humanes Serumalbumin Nanokolloid).
Aktivität Eintagesprotokoll: 30-50 MBq Zweitagesprotokoll: 150 MBq
Injektionsort und Menge
Es gibt verschiedene Möglichkeiten Peritumoral, subkutan über dem Tumor, intrakutan über dem Tumor und subareolär. Bei peritumoraler Injektion sollte die Injektion in mehreren Depots erfolgen. Um bei der Injektion die Umgebung möglichst nicht zu kontaminieren, sollte ein Schlitztuch verwendet werden. Anschließend vorsichtiges Massieren der Injektionsstelle (wird eher kontroversiell beurteilt).
Volumen peritumoral und subareolär: 0,5-0,75, subkutan 0,2-0,5 ml pro Depot, intrakutan 0,1-0,2 ml pro Depot
Aquisitionsprotokoll Die Injektionsstelle wird mit einer kleinen Bleiplatte abgedeckt. Aufnahmebeginn 10-30 min p.i. Statische Aufnahmen von anterior und seitlich (+ evtl. Transmission) (ca. 60 sek. pro Bild, 256 x 256 Matrix) bis 2 h p. i. Es kann günstig sein die Injektion bereits am Vortag der Operation durchzuführen. Eine Mammaliege kann für die Aufnahmen sehr hilfreich sein, da sich der SLN öfters sehr nahe an der Injektionsstelle befindet.
Die genaue Lokalisation des SLN erfolgt anschließend mit Hilfe der Gammasonde. Der SLN wird mit einem wasserfesten Stift über der Haut markiert. Eine Transmissionsaufnahme mit einer Flächenquelle (Co 57) erleichtert die topographische Zuordnung. Auf der Hardkopie der dynamischen und statischen Bilder wird die Körperkontur mit einem Stift eingezeichnet und der SLN gekennzeichnet, damit sich der Operateur ein möglichst gutes Bild von der Lage des SLN machen kann.
Befundinterpretation Häufig ist keine Lymphbahn zu sehen. Sämtliche zur Darstellung kommenden Lymphknoten sind als SLN anzusehen.
Qualitätskontrolle Streifenmethode mit ITLC-SG - Butanon
Fehlerquellen - Versehentliche intratumorale oder intramuskuläre Injektion - Zu große Partikel - Überlagerung durch die Injektionsstelle, Mammaliege verwenden ! - Zu kurzer zeitlicher Abstand von der Injektion
Über die Sentinel-Node-Biopsie beim Mammakarzinom: siehe DGN Leitlinien.
In gedruckter Form publiziert in: Der Nuklearmediziner 2003;26:222-227.
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