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Protokolle - Neurologie

Tumor

Aktualisiert am 27. April 2001

Untersuchung von Stoffwechselvorgängen bei Hirntumoren

Autoren

Dr. Eveline Donnemiller, Universitätslinik f. Nuklearmedizin, Innsbruck
Univ. Prof. Dr. Ivo Podreka †

Zielsetzung
Ziel solcher Untersuchungen ist die bessere Klassifizierung von Hirntumoren. Von dieser kann das therapeutische Vorgehen im Einzelfall abhängen. Auch die Früherkennung eines Tumorrezidivs wäre eine wichtige Zielsetzung.

Hintergrundinformation
Die das Hirngewebe schützende Barriere der Blut-Hirn-Schranke kann durch aktiven Transport, durch erleichterte Diffusion unter Mitwirkung von Transportproteinen sowie durch einfache Diffusion in Richtung eines Konzentrationsgefalles überwunden werden. Radioaktiv markierte Aminosäuren (z. B. das 123J-Methyltyrosin) werden über einen aktiven Transportmechanismus kompetitiv aufgenommen, wobei dieser Uptake bei malignen Hirntumoren deutlich gesteigert sein kann. Unter physiologischen Bedingungen ist diese Aufnahme gering, d.h, es kommt zu keiner nennenswerten Anreicherung von z. B.J-Methyltyrosin im Gehirn. Markierte Aminosäuren werden benutzt, um die Proteinsyntheserate in malignen Hirntumoren von außen mittels SPECT oder PET zu messen.

Untersuchung der/des Tumor-Metabolismus
- Glukose: 18F-FDG (PET)
- Aminosäuren-Uptake: 123J-JMT (SPECT), 124J-JMT (PET)

lnkorporation/ Synthese Zellproliferation
- 11C-Methionin (PET)

DNS-Synthese-Raten
11C-2-Thymidine ( PET)
124J-Desoxy-Uridine (PET)


Indikationen

Nachsorge von Astrozytomen 1I1-IV bzw. Glioblastomen

- Rest-Tumor-Bestimmung nach nicht radikalem neurochirurgischen Eingriff
- Rezidiverfassung
- Steuerung von stereotaktischen Biopsien (Tumorausdehnung teilweise größer als mit 201Tl (frühe Infiltration )). Nicht gut geeignet zur DD zwischen Nekrose und vitalem Tumor.

Nachsorge von Astrozytom II
-Bestimmung der TU-Ausdehnung auch bei intakter BHS
- früher Nachweis einer Malignisierung


Untersuchungsmethode, Vorgehensweise, Verfahren

Patientenvorbereitung
Blockade der Schilddrüse mit 50 Tropfen Irenat® 30 Minuten vor der Untersuchung. Die Lagerung des Patienten, Aufnahme, Bilderstellung und Dokumentation erfolgt analog der Perfusionsszintigraphie.

Informationen für die Durchführung der Untersuchung
Wie bei CBF-SPECT

Vorsichtsmaßnahmen
Wie bei CBF-SPECT

Radiopharmaka: Dosierung und Aufnahmezeiten
123J-Methylthrosin

Tracer: 123J-IMT
Dosis i.v.: 185 MBq
Spect: 20 min p.i.

Datenakquisition
Wie bei 123J-markierten Tracern

Interventionen
Keine

Datenauswertung
Zusätzlich zur rein visuellen Betrachtung der Schichtbilder kann eine semiquantitative Auswertung mittels ROI-Technik vorgenommen werden, wobei ROI's um den Tumor (T) sowie über Regionen mit unspezifischer Traceranreicherung (BG) gelegt werden. Hieraus können Verhältnisse T/BG errechnet werden und für Verlaufskontrollen herangezogen werden.

Befundung und Dokumentation
Wie bei CBF-SPECT

Quailitätsicherung und Fehlerquellen
Wie bei CBF-SPECT

Nebenwirkungen
Keine

Strahlenbelastung
Die effektive Äquivalentdosis beträgt bei guter Hydrierung und regelmäßiger Blasenentleerung ca. 4-6 mSv.

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