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Protokolle - Gastroenterologie

Leber-Milz

Aktualisiert am 29. Februar 2004

Leitlinie für die Leber-Milz-Szintigraphie

Autor

Prim. Dr. Bernhard Markt, Institut für Nuklearmedizin, KH d. Elisabethinen, Linz

Zielsetzung
Unterstützung bei Indikationsstellung, Durchführung, Interpretation und Befundung in den nuklearmedizinischen Verfahren zur Abklärung der RHS-Funktion von Leber und Milz

Hintergrund und Definition
Darstellung des retikulo-histiozytären Zellsystems von Leber und Milz

Wesentliche Indikation
-
Abklärung des Ausmaßes eines Leberparenchymschadens
- Ausschluß einer kongenitalen Asplenie
- Nachweis von Rest- oder Nebenmilzen
- Abklärung einer posttraumatischen Splenosis
- Abklärung von hepatalen Raumforderungen
- Abklärung von Leber- oder Milzinfarkten


Durchführung

Patientenvorbereitung

Keine

Notwendige Vorinformation
- Aktuelle Leberfunktionsteste
- Sonographiebefund
- Ev. CT-oder MR-Befund

Vorsichtsmaßnahmen
Keine besonderen

Radiopharmazeutikum
- Tc-99m-Schwefelkolloid 40 – 120 MBq
- Tc-99m-Albumin/Nanokolloid 40 – 120 MBq
- Selektive Milzszintigraphie: Tc-99m-markierte, bei 50° über 15 min im Wasserbad hitzealterierte autologe Erythrozyten 100 – 350 MBq

Datenakquisition
- Grossfeld-Gammakamera mit LEAP- oder LEHR- Kollimator
- Aufnahmebeginn 10 – 15 min p.i.
- Planare Szintigraphie anterior, posterior, rechts- ev. links- seitlich, ev. Schrägaufnahmen 500 - 1000 kcts/Bild
- SPECT kann planare Aufnahmen ersetzen

Intervention
Keine

Auswertung
Ev. Berechnung eines Leber/Milz Quotienten

Interpretation und Befundung
Leber Milz Szintigraphie
- Angabe von Form, Größe und Lage der Leber und Milz, der relativen Aktivitätsverteilung zwischen Leber, Milz und Knochenmark (beachte Partikelgröße des verwendeten Kolloids) - Fokale Läsionen: Meist verminderte Aufnahme, bei FNH ev. erhöhte Aufnahme im Vergleich zu normalem Lebergewebe
- Radiokolloid-shift (relativ zur Leber erhöhte Aufnahme in Milz und/oder Knochenmark): bei Leberdysfunktion, portaler Hypertension, Hypersplenismus, Knochenmark- aktivierung (Anämie, Chemotherapie, Osteomyelofibrose)
Milz selektiv
- Angabe der anatomischen Lage und Abschätzung der Menge fuktionellem Milzgewebes
- Identifizierung einer Raumforderung als Milzgewebe

Qualitätskontrolle
Keine

Fehlerquellen
- Anatomische Varianten
- Atemverschieblichkeit
- Kolloidgröße
- Artefakte nach Bestrahlung
- Milz selektiv: Ausmaß der Schädigung der Erythrozyten



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