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Protokolle - Gastroenterologie

Leber-Blutpool

Aktualisiert am 29. Februar 2004

Leitlinie für die Leber-Blutpool-Szintigraphie

Autor

Prim. Dr. Bernhard Markt, Institut für Nuklearmedizin, KH d. Elisabethinen, Linz

Zielsetzung
Unterstützung bei Indikationsstellung, Durchführung, Interpretation und Befundung der Leber-Blutpool-Szintigraphie

Hintergrund und Definition
Darstellung des intrahepatischen Blutpools

Wesentliche Indikation
Nachweis bzw. Ausschluß von kavernösen Hämangiomen


Durchführung

Patientenvorbereitung

Bei Verwendung eine Ery-in-vivo-Markierung 30 min vor Inj. Schilddrüsenblockade mit 400 mg Na-Perchlorat per os

Notwendige Vorinformation
- Sonographiebefund
- Ev. CT-oder MR-Befund

Vorsichtsmaßnahmen
Keine

Radiopharmazeutikum
In vivo Markierung der Erythrozyten: Zinn-pyrophosphat (20µg/kg KG) i.v., nach 30 min 400 – 600 MBq Tc-99m-Pertechnetat i.v.Diese Methodik ist insbesonders bei kleinen Hämangiomen wegen unverlässlicher Markierung ungünstig
In vivo/In vitro- Markierung: Zinn-pyrophosphat (20 µg/kg KG) i.v., nach 30 min Abnahme von 10 ml Venenblut in eine heparinisierte Spritze. Inkubation des Vollbluts mit 550 – 700 MBq Tc-99m-Pertechnetat über 20 min auf dem Schüttler und Reinjektion

Datenakquisition
- SPECT-fähige Großfeldgammakamera mit LEHR - Kollimator
- Optional unmittelbar nach Injektion Erstellung einer schnellen Bildsequenz (1 Bild/sec über 60 sec) in ventraler Projektion
- Planare Aufnamen ( anterior, posterior, rechts-seitlich) 500 – 1000 Kcts/Bild
- 30-120 min nach Inj. SPECT (bei kleinen Läsionen obligat, ev. 128x128 Matrix mit entsprechend längerer Aufnahmezeit bzw. höherer Aktivität)

Intervention
Keine

Auswertung
Keine

Interpretation und Befundung
- Deutlich erhöhte Blutpoolaktivität in einer Raumforderung ist pathognomonisch für ein kavernöses Hämangiom (Spezifität 90 – 95 %)
- Zumeist ist der Blutfluß in der Einstromphase vermindert ( Ausnahme arteriovenöse Malformationen)
- Bei positivem Kontrast in Einstrom und in den Spätbildern muss an eine FNH gedacht werden (-> hepatobiliäre Funktionsszintigraphie), DD hypervaskuläre Metastase z.B. eines kolorektalen Karzinoms
- Läsionen < 3cm sind zumeist nur mit SPECT nachweisbar

Qualitätskontrolle
Überprüfung der Güte der Erythrozytenmarkierung

Fehlerquellen
Interferenz der Erythrozytenmarkierung durch Medikamente



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