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Protokolle - Endokrinologie

Nebenschilddrüse

Aktualisiert am 22. April 2004

Kommentar zu den deutschen Leitlinien für die Nebenschilddrüsenszintigraphie.

Autor
Univ.Prof. Dr. Reingard Aigner, Klinik für Radiologie, LKH Graz

Hintergrundinformation
- Nachweis eines erhöhten Serumkalzium- und Parathormonspiegels
- Ergebnis der körperlichen Untersuchung, insbesondere Palpation des Halses
- Anamnese bezüglich Schilddrüsenerkrankung
- Anamnese bezüglich Jodexposition
- Ergebnisse von Ultraschall, evtl. CT/MRT

Indikationen
1) präoperative Lokalisationdiagnostik von hypersezernierdem Nebenschilddrüsengewebe (Adenome, Hyperplasie) bei Hyperparathyreoidismus

2) Lokalisation von hypersezernierdem Nebenschilddrüsengewebe bei Patienten mit persistierender oder rezidivierender Erkrankung

Patientenvorbereitung
Keine spezielle Patientenvorbereitung

Ausnahme:
bei Verwendung von Subtraktionsprotokollen: Absetzen der TSH-suppressiven Schilddrüsenhormon-Therapie;
keine Applikation von jodhältigen Röntgenkontrastmittel zumindest vier Wochen vor der Szintigraphie


Untersuchungsmethode, Vorgehensweise, Verfahren

Dosimetrie für Erwachsene

Radiopharmakon  Applizierte Aktivität [MBq] (mCi)   Organ mit der höchsten Strahlenexposition [mGy] (rad)   Effektive Dosis [mSv] (rem)  
Tl-201-Chlorid 75-130 i.v.  75 - 130 i.v.
(2,0 - 3,5)  
0,54, Niere
(0,2)  
0,23
(0,85) 
Tc-99m-Pertechnetat (keine Schilddrüsen-blockade)   75 - 150 i.v.
(2 - 4)  
0,062, unt. Dickdarm
(0,23)  
0,013
(0,048) 
Tc-99m-Sestamibi  185 - 925 i.v.
(5 - 25)  
0,039, Gallenblase
(0,14)  
0,0085
(0,03) 
I-123 (15% Uptake)  7,5 - 20 p.o.
(0,2 - 0,5)  
1,9, Schilddrüse
(7)  
0,075
(0,278) 
Tc-99m-Tetrofosmin  370 - 925 i.v.
(10 - 25)  
0,0486, Gallenblase  0,01059 
       

Radiopharmaka

Thallium-201-Chlorid
Anreicherung in verändertem Nebenschilddrüsengewebe und im Schilddrüsengewebe (proportional zum Blutfluss)

Technetium-99m-Pertechnetat
Darstellung der Schilddrüse. Das Pertechnetat-Szintigramm der Schilddrüse wird vom Thallium oder vom Technetium-99m-Sestamibi resp. Technetium-99m-Tetrofosmin-Szintigramm (siehe unten) subtrahiert, der möglicherweise verbleibende Aktivitätsherd ist potentiell als Nebenschilddrüsenadenom zu interpretieren

Iod-123-Natriumjodid
Möglichkeit der Verwendung zur Erstellung eines Schilddrüsenszintigramms bei Verwendung von Subtraktionsprotokollen, insbesondere mit Technetium-99m-Sestamibi
Bei Verwendung von Subtraktionsprotokollen: Absetzen der TSH-suppressiven Schilddrüsenhormontherapie, keine Applikation von iodhältigen Röntgenkontrastmitteln zumindest 4 Wochen vor der Szintigraphie, Anamnese bzgl Iodexposition!

Technetium-99m-Sestamibi
Anreicherung im Nebenschilddrüsengewebe und funktionsfähigem Schilddrüsengewebe, üblicherweise rascherer wash-out als aus Nebenschilddrüsenadenomen. Anreicherung abhängig von Perfusion und Mitochondrien-Aktivität

Technetium-99m-Tetrofosmin
Anreicherung im Nebenschilddrüsengewebe und funktionsfähigem Schilddrüsengewebe, üblicherweise rascherer wash-out als aus Nebenschilddrüsenadenomen.
Anreicherung abhängig von Perfusion und Mitochondrien-Aktivität

Datenaquisition

Zumindest 128 x 128 Matrix

1) Planare Szintigramme des Halses und des Mediastinums mit hochauflösenden Kollimatoren, zusätzliche „Pinhole“-Aufnahmen, Aufnahmen der Halsregion mit konvergierenden Kollimatoren oder SPECT sind dringend zu empfehlen

2) Tc-99m-Sestamibi oder Tc-99m-Tetrofosmin Aufnahmen können entweder in Doppelphasen oder in Subtraktionstechnik durchgeführt werden



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