Myokardszintigraphie02e241994f

Eine Myokardszintigraphie kombiniert mit Ergometrie oder einem pharmakologischen (medikamentösen) Streßtest, ist der empfindlichste nicht-invasive Test zur Feststellung und Lokalisation von Durchblutungsminderungen des Herzmuskels (Ischämien).

Sie spielt weiters eine Rolle zur Risikobeurteilung von Patienten mit vermuteter oder bekannter koronarer Herzerkrankung und in der Beurteilung der myokardialen Vitalität (Lebensfähigkeit von Herzmuskelgewebe) nach einem Infarkt.

Vorbereitung

Es kann ein kleines Frühstück eingenommen werden, jedoch soll vor und während der gesamten Untersuchung kein Bohnenkaffe, Schwarztee, Kakao oder Cola-Getränk getrunken werden.

Vor der Untersuchung dürfen Sie keine Medikamente einnehmen.

Bringen Sie jedoch Ihre Medikamente zur Untersuchung mit, da Sie sie zumeist nach der ersten Szintigraphie einnehmen können.

Untersuchungsablauf

Vor Beginn der Untersuchung wird Ihnen ein venöser Zugang gelegt. Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt werden sie entweder ergometrisch (am Fahrrad) oder medikamentös belastet. Je nach Untersuchungsprotokoll kann mit Belastung oder Ruhe begonnen werden. Bei der Belastung am Ergometer wird Ihnen am Höhepunkt der Belastung bzw. Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit eine radioaktive Substanz injiziert, die sich im Herzmuskel anreichert.

Bei der medikamentösen Belastung wird Ihnen langsam ein Medikament injiziert, das eine ähnliche Wirkung am Herzen verursacht wie eine ergometrische Belastung. Danach wird Ihnen eine radioaktive Substanz injiziert, die sich im Herzmuskel anreichert.

Nach der Belastung wird sofort die erste Aufnahme in Rückenlage unter der Gamma-Kamera gemacht. Diese Aufnahme dauert ca. 15 Minuten.
Nach einer Pause von ca. 3 – 4 Stunden werden nochmals Aufnahmen des Herzens gemacht. Auch in dieser Zeit müssen Sie nüchtern bleiben und jegliche Art von Koffein und körperliche Anstrengungen vermeiden.

Die Ruheaufnahme von Ihrem Herzen dauern ebenfalls ca. 15 Minuten. In seltenen Fällen wird Ihnen nochmals eine kleine Menge der radioaktiven Substanz injiziert, und nach einer kurzen Wartezeit werden neuerlich Aufnahmen des Herzens gemacht.

Während der gesamten Untersuchung sind Sie unter ärztlicher Beobachtung. In der Pause können Sie die Station verlassen.

Wechselwirkung mit anderen Medikamenten

Dies ist nur relevant für den Belastungstest:

Beta-Blocker beeinträchtigen die Ergometrie, deren Einnahme sollten drei Tage vor dem Test ausgesetzt werden.
Medikamente, die Coffein oder Xanthin enthalten- wie etwa Aminophyllin, Euphyllin, Theospirex, Spiropent, Respicur….., sowie Kaffee, Tee, Schokolade oder Cola-Getränke interferieren mit Dypyridamol als pharmakologischen (medikamentösen) Test.

Bei Patienten mit Asthma bronchiale (COPD), welche die genannten Präparate regelmäßig einnehmen, besteht die Notwendigkeit die pharmakologische Belastung mit Dobutamin durchzuführen.

Unerwartete Wirkungen

  • Radiopharmaka:
    es sind bisher keine schwerwiegenden negativen Reaktionen beschrieben worden. Gegebenenfalls erkundigen Sie sich beim Nuklearmediziner
  • physische (körperliche) Belastung:
    wie bei jeder Belastungsuntersuchung des Herzens können in seltenen Fällen (1-10 auf 100.000 Untersuchungen) schwere Rhythmusstörungen und Ischämien (bis zum Herzinfarkt) auftreten
  • medikamentöse Belastung:
    es können leichte Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit auftreten, die unbedenklich sind. Sie sind verursacht durch die Erweiterung der Gefäße, selten auch schwere Ischämie bis hin zum Herzinfarkt.

Weitere Informationen

Sie sollten mit einer Untersuchungsdauer von 4-5 Stunden rechnen.