02e241994fWächter (Sentinel)-Lymphknotenszintigraphie

Grundlage dieser Methode ist das Auffinden des ersten Lymphknotens, der von den Lymphbahnen, die den Tumor versorgen, angeströmt wird. Tumore können schon in einem frühen Stadium der Erkrankung Krebszellen über die Lymphbahnen absondern, die dann in den Lymphknoten Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.

Als Sentinel oder Wächterlymphknoten bezeichnet man den ersten Lymphknoten im Lymphabflussgebiet eines Tumors. Diese nachgeschalteten Lymphknoten sind Filterstationen die Tumorzellen zurückhalten und abtöten können. Sollte der Tumor bösartig sein, würden einzelne, über die Lymphbahnen „abwandernde“ Krebszellen auf jeden Fall in diesem Lymphknoten nachweisbar sein.

Ist der Wächterlymphknoten frei von metastasierenden Zellen, kann man davon ausgehen, dass auch die nachfolgenden Lymphknoten nicht befallen sind. Wird bei einer Operation der erste Lymphknoten (Wächterlymphknoten) der die Lymphe vom Tumor erhält herausgenommen und untersucht, ist es möglich Patienten mit nicht befallenen Wächterlymphknoten einen größeren operativen Eingriff zu ersparen. Diese Methode wird vorwiegend bei Patienten mit Brustkrebs (Mammakarzinom) und malignem Melanom eingesetzt.

Vorbereitung

Für diese Untersuchung ist keine spezielle Vorbereitung notwendig, Sie müssen nicht nüchtern sein.
Bei Mammakarzinom unbedingt Sonographie-, bzw. Mammographiebefund mitnehmen.

Untersuchungsablauf

Die szintigraphische Untersuchung erfolgt in der Regel am Tag vor der Operation. Die anschließende Operation wird auf einer Chirurgie durchgeführt. Während der Operation können die Wächterlymphknoten mit einer Messsonde aufgesucht werden.

Es wird Ihnen eine geringe Menge eines Radiopharmakons (radioaktiv markierte Eiweißpartikel) im Bereich des Tumors injiziert. Die Injektion erfolgt mit einer sehr dünnen Nadel, sodass diese kaum Schmerzen verursacht. Die radioakiv markierten Eiweißpartikel gelangen in die Lymphbahnen.

Ihr Weg durch die Lymphbahnen zu den Lymphknoten wird mithilfe einer Gammakamera verfolgt. Die Injektionsstelle wird mit einem Bleiplättchen abgedeckt. Der erste angeströmte Lymphknoten („der Wächter“) wird auf der Haut des Patienten farblich markiert.

Wenige Stunden später wird der Tumor und der Wächterlymphknoten operativ entfernt. Der Operateur verwendet dabei eine so genannte Gammasonde, die – zusätzlich zu der Hautmarkierung – den Lymphknoten anhand seiner schwachen Strahlung identifiziert.

Unerwartete Wirkungen

Unerwartete Wirkungen sind extrem selten, trotzdem kann es eine allergische Reaktion auf das Radiopharmakon (Humanalbumin) geben.

Weitere Informationen

Die Untersuchung beginnt meist am Tag vor der Operation, Sie müssen mit einer Untersuchungsdauer von ca. 2 Stunden rechnen.