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Allgemeine Informationen zu szintigraphischen Untersuchungen

Sie wurden zu einer Untersuchung in die Nuklearmedizin überwiesen, da das Ergebnis dieser Untersuchung für die weitere Diagnose und allfällige Behandlung Ihres medizinischen Problems von Bedeutung ist. Möglicherweise sind Sie erstmals hier und haben Fragen die Nuklearmedizin betreffend.

Die nachfolgende Information ist nicht als Ersatz für ein ausführliches Gespräch zwischen Ihnen und Ihrem Arzt gedacht.

Was ist Nuklearmedizin?

Nuklearmedizin ist ein Fachgebiet der Medizin, in dem Radiopharmaka ( radioaktive Arzneimittel ) für Diagnose oder Therapie angewendet werden. Die Untersuchungen werden oft als “Szintigraphie” oder “Scan” bezeichnet. Dies soll dazu beitragen bestimmte Erkrankungen bzw. deren Ursache besser zu definieren und damit effektiver behandeln zu können.

Andere bildgebende Verfahren wie z.B. die Röntegenuntersuchungen oder die Ultraschalluntersuchungen liefern vorwiegend strukturelle Informationen über Organe, Gewebe und den Knochen. Nuklearmedizinische Untersuchungen sind keine konkurrierenden Verfahren zu anderen bildgebenden Untersuchungen, sondern vielfach eine sinnvolle Ergänzung im diagnostischen Ablauf.

Jährlich werden weltweit nuklearmedizinische Untersuchungen millionenfach durchgeführt, sie sind sicher und mit wenig Unannehmlichkeiten verbunden. Es gibt zahlreiche nuklearmedizinische Untersuchungen, wobei zur Beurteilung verschiedener Körperbereiche verschiedenen Radiopharmaka (siehe später) eingesetzt werden.

Was ist eine Szintigraphie?

Es handelt sich hier um eine Untersuchung bei der eine geringe Menge eines Radiopharmakons verwendet wird, wobei die Verteilung des Radiopharmakons in verschiedene Organen des Körpers bildlich dokumentiert wird. Diese Bilder sollen dazu beitragen die Erkrankung genauer zu definieren.

Was ist ein Radiopharmakon?

Um eine nuklearmedizinische Untersuchung durchzuführen, wird wie bereits erwähnt, ein mit einem Radionuklid markiertes Arzneimittel, das Radiopharmakon, in den meisten Fällen intravenös oder fallweise oral oder subcutan verabreicht. Die in der Medizin für diagnostische Zwecke verwendeten Radiopharmaka haben in der Regel eine sehr kurze Halbwertszeit.

Das am häufigsten für diagnostische Zwecke verwendete Radiopharmakon ist Tc-99m, es ist ausgezeichnet für die Szintigraphie geeigent, darüberhinaus hat es eine sehr kurze Halbwertszeit (Halbwertszeit: Zeitdauer bis die Ausgangsaktivität auf die Hälfte ihres Wertes absinkt).

Radiopharmaka werden in sehr geringen Dosen verabreicht und bewirken im allgemeinen keine Arzneimitteleffekte. Hiedurch unterscheiden sie sich von Arzneimitteln (Medikamenten), bei denen eine Dosis-Wirkungsbeziehung besteht (d.h. es werden in Abhängigkeit von der gewählten Dosierung bestimmte Effekte induziert, z.B Senkung des Blutcholesterinspiegels; Senkung des Blutzuckers)

Was ist eine Gammakamera?

Die Verteilung der Radiopharmaka im Körper wird mit speziellen Untersuchungsgeräten, den sogenannten Gammakameras, sichtbar gemacht. Diese können die jetzt vom Körper ausgehende Strahlung “sehen” und in ein diagnostisches Bild, ein sogenanntes Szintigramm umwandeln.

Dadurch unterscheiden sich nuklearmedizinische Untersuchungen auch von Röntgenuntersuchungen, bei denen die Strahlen von außen (von einer Röntgenröhre ausgehend) durch den Körper gesandt werden.
Was ist ein PET-Scanner?

Ein PET-Scanner ist ein Gerät, das wie eine Gamma-Kamera Strahlung misst. Aufgrund der besonderen Eigenschaften der für PET verwendeten Strahlung macht er besonders detailgenaue Bilder.

Zum Unterschied zur Gamma-Kamera ist der PET-Scanner als großer Ring aufgebaut – ähnlich einem Computertomographen.

Was ist im Ablauf beinhaltet?

Nuklearmedizinische Untersuchungen liefern vorwiegend Aussagen über Funktion und Stoffwechsel verschiedener Organe. Da verschiedene Stoffwechselvorgänge mit ganz unterschiedlicher Geschwindigkeit ablaufen, kann die Zeit, die zwischen dem Verabreichen des Radiopharmakons und der eigentlichen Untersuchung verstreichen muss, stark variieren. Wenige Minuten sind ebenso möglich wie einige Tage. Auch kann die Zeit die der Patient an der Gammakamera verbringen muss, aus unterschiedlichen Gründen ebenfalls zwischen wenigen Minuten und in seltenen Fällen sogar mehr als einer Stunde variieren.

Die jeweiligen Gegebenheiten werden Ihnen von den nuklearmedizinischen Mitarbeitern im Detail erläutert. Diese Erläuterungen werden auch unterschiedliche Vorbereitungen beinhalten (nüchtern, nicht nüchtern, Blasenentleerung vor der Untersuchung, untersuchungsspezifische Mahlzeiten,….).

Dementsprechend wird die erforderliche Wartezeit- von der Injektion bis zum Beginn der Untersuchung (Szintigraphiebeginn) von der Untersuchungsart bestimmt und liegt zwischen wenigen Minuten bis zu Stunden.

Wegen der Kurzlebigkeit der Radiopharmaka ist es besonders wichtig pünktlich zur Untersuchung zu erscheinen.
Während der Untersuchung müssen Sie ruhig liegen oder sitzen.

Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft.

Informieren Sie uns, wenn Sie an schmerzhaften Erkrankungen z.B. der Knochen oder Gelenke leiden. Wir werden uns bemühen durch entsprechende Maßnahmen die Untersuchung so wenig angstrengend wie möglich zu gestalten.

Schmuck und Metallgegenstände wie Schlüssel, Gürtelschnallen, Brieftaschen etc sind vor der Untersuchung abzulegen.

Ist eine Vorbereitung erforderlich?

In der Regel sind keine speziellen Vorbereitungen erforderlich. Sie werden darüber je nach Untersuchungsart speziell informiert.

Ich nehme Medikamente, muß ich diese absetzen?

Gegebenenfalls werden entsprechende Informationen je nach Untersuchungsart bereits bei der Anmeldung mitgeteilt.

Unannehmlichkeiten während der Untersuchung

Diese besteht nur durch eine Injektion (vergleichbar mit einer Blutabnahme) und im längerem ruhigen Liegen. Die Injektion des radioaktiven Arzneimittels beeinträchtigt nicht Ihr Befinden bzw. auch nicht Ihre Fähigkeit ein Fahrzeug zu lenken.

Nur äußerst selten (1-6 auf 100.000 Untersuchungen) werden leichte Überempfindlichkeitsreaktionen oder Kreislaufreaktionen (siehe spezieller Teil) beobachtet, wobei hier nicht in allen Fällen ein direkter Zusammenhang gesichert ist. Teilen Sie uns bitte alle Ihre Wahrnehmungen mit.

Strahlenbelastung während der Untersuchung

Die Menge an verabreichter Radioaktivität ist gering. Im Mittel entspricht die Strahlenbelastung bei einer nuklearmedizinischen Untersuchung der Strahlendosis, die ein Mensch im Verlauf eines Jahres aus der Umgebung aufnimmt. Die Nuklearmedizin hat den Vorteil, dass bei ihr ohne Mehrbelastung in einer einzigen Untersuchung der gesamte Körper dargestellt werden kann.

Vorkehrungen während der Untersuchung

Sie können essen und trinken und hingehen wohin Sie wollen. Gegebenenfalls wird Ihnen geraten ausreichend zu trinken und häufig die Blase zu entleeren; dies fördert eine raschere Ausscheidung des radioaktiven Arzneimittels. Ob allfällige Verhaltensmaßnahmen erforderlich sind, wird Ihnen mitgeteilt.

Was soll ich unbedingt mitteilen?

Schwangerschaft (bei Unsicherheit Schwangerschaftstest, Angaben über die letzte Menses oder verwendete Kontrazeptiva), Stillen, laufend einzunehmende Medikamente.

In der Schwangerschaft und während der Stillperiode werden szintigraphische Untersuchungen üblicherweise nicht durchgeführt. Falls unbedingt erforderlich, erhalten Sie weitere Informationen vom Nuklearmediziner.

Können auch Kinder untersucht werden?

Für Kinder können nuklearmedizinische Untersuchungen besonders geeignet sein, da sie keine Schmerzen verursachen. Für manche Untersuchungen kann eine Ruhigstellung des Kindes erforderlich sein. Die Untersuchung ist für Kinder nicht gefährlich, da die Dosis der radioaktiven Substanz an das Alter, Gewicht und Größe des Kindes angepaßt wird.

Was geschieht mit den Untersuchungunsergebnissen?

Ein Befundbericht wird an die zuweisende Stelle gesendet.

Weitere Fragen

Wir bemühen uns Ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Scheuen Sie sich nicht Ihre Anregungen an uns weiterzugeben. Für weitere Fragen stehen Ihnen alle Mitarbeiter zur Verfügung.