Ein Nuklearmediziner mit Weitsicht:

Em. Primar Dr. Karl Koriska

(geboren am 9.3.1949 in Orth an der Donau, gestorben ebendort am 8.9.2016),

verfasst von Priv. Doz. Dr. Alexander Kroiss

Em. Primar Dr. Karl Koriska hat die Nuklearmedizin in Österreich nachhaltig geprägt.

Seine ärztliche Ausbildung begann Dr. Koriska im Lörenz Böhler Krankenhaus in Wien, ehe er anschließend seine Turnus- bzw. Assistenzarztausbildung für Innere Medizin im Wiener Kaiserin Elisabeth Spital (KES) unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Fritz Kubicek begann und 1983 abschloss. Karl Koriska wechselte auf das nuklearmedizinische Institut des KES, um dieses in punkto Schilddrüse und konventionelle Nuklearmedizin auszubauen. Nach Erlangen des noch damaligen Additivfaches 1987 wurde Dr. Koriska im Juli 1995 zum Primarius des nuklearmedizinischen Instituts des KES ernannt.

Aktiv war Karl Koriska in diverse Aufgaben eingebunden, wie z.B. mit der Konstituierung des Berufsverbandes Nuklearmedizin in Österreich oder als Fachgruppenobmann in der Wiener Ärztekammer. Ab 1997 wurde Dr. Koriska zum medizinischen wissenschaftlichen Leiter der Krankenpflege in Wien ernannt. Sein profundes Wissen gab Karl Koriska stets an seine Kollegen und Mitarbeiter weiter, „denn Wissen soll und muss weitergegeben werden“- so sein Credo.

Karl Koriska zeichnete sich auch durch Weitsicht und scharfen Verstand aus, als er sich Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit der Einführung der elektronischen Patientenakte im KES (Vorläufer von ELGA) aber auch mit der Vernetzung von Befunden im Detail befasste (Vorreiter PACS/KIS). Was heute als selbstverständlich erachtet wird, Befunde und Daten auf Abruf zu erhalten, galt zur damaligen Zeit als große Evolution, zumal Karl Koriska als einer der ersten Nuklearmediziner diesen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung erkannte.

Auch die 2006 im KES erstmals eingesetzte Koinzidenzkamera, vereint funktionelle und anatomische Veränderungen darzustellen und auch Untersuchungen mit dem Radioisotop 18F-FDG anzubieten, ist erneut auf den Weitblick von Karl Koriska zurückzuführen.

Im Jahr 2011 wurde er von der Stadt Wien für seine Verdienste mit dem Goldenen Ehrenzeichen ausgezeichnet.

2012 emeritierte Primarius Dr. Karl Koriska, im gleichen Jahr erfolgte die Schließung des KES. Damit ging auch eine Ära zu Ende, galt dieses Institut unter seiner Leitung als eines der bedeutendsten nuklearmedizinischen Aushängeschilder in Wien und Umgebung.

Karl Koriska wurde größte Wertschätzung von seinen Patienten, Kollegen und Mitarbeitern aufgrund seiner ärztlichen Kompetenz und seiner ruhigen, besonnenen Art entgegengebracht, galt sein Motto, den Patienten stets als Menschen wahrzunehmen.

Karl Koriska war ein liebevoller Familienmensch, der mit seiner wunderbaren Frau Hedwig eine Bilderbuchehe führte, aus der die Töchter Erika, Elisabeth und Sylvia hervorgingen. Die Geburt der Enkelkinder Clemens, Florian, Adrian und Valerie komplettierten dieses Familienglück, das Karls Leben erfüllte.

Em. Primar Dr. Karl Koriska hat die Nuklearmedizin in Österreich mit seiner Weitsicht geprägt. Er hinterlässt als engagierter Arzt tiefe Spuren.