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Bad Gastein im Jänner 2006
Nuklearmedizin: mit innovativen Techniken dem Tumorstoffwechsel auf der Spur
Die relativ junge medizinische Fachrichtung der Nuklearmedizin hat vor allem in der Krebsdiagnose und -therapie in den letzen Jahren immer wieder für Aufsehen gesorgt. Dabei hat besonders der Bereich der molekularen Bildgebung einen besonderen Stellenwert, weil damit das Wachstum von Tumoren effektiver analysiert und besser therapiert werden kann. Die neuesten Entwicklungen in der Nuklearmedizin und ihrer Diagnose-Techniken stehen im Mittelpunkt eines internationalen Symposiums, das von 11.-14. Jänner 2006 im Kongresszentrum Bad Gastein stattfindet.
Nuklearmedizinisches Symposium 2006: Neue Trends in der Diagnostik Einen Schwerpunkt des diesjährigen nuklearmedizinischen Kongresses stellen die jüngsten Forschungsergebnisse im Bereich PET-Tracer, also radioaktiv markierter Arzneimittel dar, der derzeitigen Spitzentechnologie in der Molekularen Bildgebung. Dabei werden die natürlich im Körper auftretenden Stoffe Signal gebend markiert, sodass der Stoffwechsel und seine Störungen genauestens diagnostiziert und erstmals auch quantifiziert werden können. Anhand dieser „Bio-Marker“ können physiologische Veränderungen erkannt werden, die sich in Konzentrationsbereichen von nano-picomolar pro Kubikzentimeter abspielen. Zum Vergleich: für eine Diagnose mittels Magnetresonanztomographie werden mindestens tausendfach höhere Konzentrationen benötigt. Dies würde etwa dem Verhältnis von „Gramm“ zu Kilogramm“ entsprechen.
Besitzt die Positronenemissions-Tomographie, die PET-Technik, auch keine unmittelbar therapeutische Anwendbarkeit, so beinhaltet sie jedoch eine der wichtigsten therapeutischen Konsequenzen wie etwa die Indikation zur Zytostatika-Therapie oder als Entscheidungsgrundlage für Bypass- oder koronare Operationen. Weitere Beispiele für die maßgeschneiderten Einsatzmöglichkeiten der PET-Technologie sind die Frühdiagnose von Tumoren und ihrer Ausbreitung, das Sichtbarmachen von biochemischen Prozessen bei herzkranken Patienten oder die Überprüfung der Wirksamkeit verschiedener Medikamente auf Hirndurchblutung, Herz- und Nierenfunktion sowie auf die Gefäße.
Aussagekräftige Diagnose ohne Nebenwirkungen Nuklearmedizinische Untersuchungen sind mit wenigen Unannehmlichkeiten, aber vielen Vorteilen für den Patienten verbunden. Dabei werden Radiopharmaka meist intravenös in sehr geringen Dosen verabreicht, die im Allgemeinen keine Nebeneffekte haben. Ein weiterer Vorteil der Nuklearmedizin ist, dass ohne Mehrbelastung der gesamte Körper mit einer einzigen Untersuchung dargestellt werden kann. „Obwohl sich die österreichische Nuklearmedizin in den letzten Jahren zu einem innovativen Fachgebiet entwickelt hat, das besonders im onkologischen Bereich eine immer wichtigere Rolle einnimmt, weckt der Begriff „Nuklearmedizin“ bei vielen Menschen nach wie vor Ängste und Unsicherheiten“, meint Univ. Prof. Dr. Reingard Aigner von der Klinischen Abteilung für Nuklearmedizin an der Universitätsklinik für Radiologie in Graz und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Nuklearmedizin. “Dabei gibt es auf dem Gebiet des Strahlenschutzes in der Humanmedizin strengste Qualitätskontrollen, die längst zu einem fixen Bestandteil im klinischen Alltag geworden sind.“ Wie Prof. Aigner erklärt, entspricht die durchschnittliche Strahlenexposition bei einer nuklearmedizinischen Untersuchung in etwa jener Strahlendosis, die ein Mensch während eines Jahres aus der Umgebung aufnimmt.
Nuklearmedizin: sicher und innovativ Die Nuklearmedizin ist eine junge, seit den siebziger Jahren sehr aktive Disziplin in der medizinischen Landschaft Österreichs. Ihren Namen verdankt sie dem Einsatz von Arzneimitteln, die mit einem radioaktiven Isotop markiert sind. Diese werden als Radiopharmaka oder aber auch als Radionuklide bezeichnet und kommen sowohl in der Diagnose als auch der Therapie zum Einsatz.
In Österreich sind die Untersuchungen im Bereich der Schilddrüsendiagnostik am bekanntesten, die Nuklearmedizin spielt aber auch bei der Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen sowie von Herz- und Skelettkrankheiten eine unverzichtbare Rolle. Nuklearmedizinische Untersuchungen, meistens als „Szintigraphie“ oder „Scan“ bezeichnet, liefern vorwiegend Aussagen über Funktion und Stoffwechsel verschiedener Organe. Sie stellen somit eine ideale Ergänzung zu anderen bildgebenden Verfahren wie Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen dar. Die Verteilung der Radiopharmaka im Körper wird mit speziellen Untersuchungsgeräten, den sogenannten Gammakameras, sichtbar gemacht. Diese können die vom Körper ausgehende Strahlung „sehen“ und in ein diagnostisches Bild, das Szintigramm, umwandeln. Ein Meilenstein in der onkologischen Diagnostik war die Entwicklung der Positronenemissions-Tomographie (PET), die überwiegend bei Tumorpatienten eingesetzt wird. Durch die Abbildung radioaktiv markierter Arzneimittel (Tracer) ist es möglich, Krankheitsherde zu entdecken (Funktionsdiagnostik).
Internationales Symposium der Nuklearmedizin in Bad Gastein im Jänner 2006 Die Bedeutung der molekularen Bildgebung, ihre zentrale Rolle bei der zeitgemäßen Patientenversorgung und damit letztendlich auch ihr hoher volkswirtschaftlicher Nutzen stehen im Mittelpunkt des heurigen Kongresses in Bad Gastein. Dieser wird von der Österreichischen Gesellschaft für Nuklearmedizin (ÖGN), in diesem Jahr unter der Präsidentschaft von Univ. Prof. Dr. Reingard Aigner, Vorstand der Klinischen Abteilung für Nuklearmedizin an der Medizinischen Universität Graz und der Universitätsklinik für Nuklearmedizin an der Medizinischen Universität Wien, vertreten durch Univ.Prof. Dr. Robert Dudczak sowie dem Institut für Biomedizinische Technik und Physik, ebenfalls AKH-Wien, vertreten durch deren Vorstand Univ.Prof.Dr.Helmar Bergmann veranstaltet. Als Ehrenpräsident des Kongresses fungiert der Gründer dieser Tagung, emer.o.Univ.Prof. Dr. Rudolf Höfer, der alle bisherigen 26 Kongresse aktiv mitgestaltete. Prominente Vortragende des diesjährigen Symposiums sind beispielsweise die Universitätsprofessoren Angelika Bischof-Delaloye (Lausanne), Johannes Czernin (Los Angeles), Markus Schwaiger (München), Heinrich Schelbert (Los Angeles), Hans-Jürgen Biersack (Bonn), Frans Corstens (Nijmegen), Sven N. Reske (Ulm).
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